10 Tipps für einen gelungenen B(r)eikost-Start


Ihr wollt mit der Beikost beginnen und wisst nicht so recht wie? Was gibt es zu beachten? Was brauche ich? Und was tue ich gegen meine Angst vor dem Verschlucken? Ich habe Euch 10 Tipps zusammengefasst, die sowohl für Brei, als auch Fingerfood gelten.


 

Aber noch einmal kurz vorweg: Beikost ist die Kost, die Dein Baby ZUR Muttermilch oder Anfangsnahrung bekommt. Die Milch sollte im ersten Lebensjahr das Hauptnahrungsmittel Deines Babys sein. Mache Dir also keine Sorgen, wenn Dein Baby nicht die empfohlenen 180 Gramm Brei zum Mittag isst.

 

 

Tipp 1: Beikostreifezeichen

Ihr habt sicher schon von den Beikostreifezeichen gehört. Wenn nicht, auch nicht weiter tragisch. Folge einfach dem Link - hier habe ich euch nochmal alle Beikostreifezeichen mit Begründung zusammengefasst. Bevor Dein Baby nicht ALLE Beikostreifezeichen erfüllt, sollte es keine andere Nahrung als Muttermilch oder Formulanahrung bekommen.

 

 

Tipp 2: Ausstattung

Was braucht man eigentlich wirklich, wenn man mit der Beikost starten möchte? Die Antwort ist kurz: Hochstuhl und Lätzchen.

 

Beim Hochstuhl gilt: Praktikabilität vor Design! Die schönsten Hochstühle haben wunderschöne Sitzkissen, viele tolle Ecken und Rillen und sind zwar aus leicht abwischbaren, aber nicht abduschbaren Materialien. Ihr denkt, ich veralbere Euch? Weit gefehlt! Wenn Dein Baby das erste Mal Nudeln mit Tomatensoße (selbstständig) gegessen hat, wirst Du Dich freuen, den Hochstuhl einfach in der Dusche abbrausen zu können. Aus diesen Gründen kann ich Euch den Antilop-Hochstuhl mit Tisch von IKEA nur ans Herz legen. Er ist mit knapp 15 Euro durchaus erschwinglich und wenn das Essen mit Besteck gut klappt, kann man immer noch auf ein hübscheres Modell umsteigen (muss man meistens auch, da die Sitzfläche irgendwann recht klein wird). Aber noch einmal zur Erinnerung: Ein Hochstuhl wird erst benötigt, wenn Dein Baby selbstständig sitzen kann!

 

Lätzchen kann man dagegen gerade am Anfang nicht genug haben (es gibt mittlerweile tolle Modelle mit Ärmeln). Denn Babys sind neugierig und auch, wenn man sie füttert, landet einiges außerhalb des Mundes. Denn sie greifen nach dem Löffel und pusten den Brei durch die Gegend. Bitte lasse das zu: Denn so erkundet Dein Baby (das klappt natürlich noch besser, wenn sie alleine essen dürfen ;-). Es ist also absolut inakzeptabel das Baby in irgendeiner Form zu fixieren! Die Arme sollten frei sein und nicht festgehalten werden, genauso wie der Kopf. Wenn das Baby den Kopf wegdreht, zeigt es, dass es fertig ist. Bitte akzeptiere jederzeit die Signale Deines Kindes.

 

 

Tipp 3: Bodenschutz

Wer kein hungriges Haustier Zuhause hat, muss da etwas mehr in die Trickkiste greifen (bitte bedenke aber auch dann immer, dass gewisse Lebensmittel für Tiere giftig sind!). Denn es ist ganz normal, dass einiges an Essen auf dem Boden landet. Manche von Euch haben vielleicht einen pflegeleichten Boden. Andersfalls könntest Du den Boden mit einer Wachstuchtischdecke oder alten Zeitungen auslegen. Wenn man auswärts isst, bieten sich Einmal-Wickelunterlagen an.

 

 

Tipp 4: Getränke

Was soll mein Kind trinken und vor allem wie viel? Mit Einführung der Beikost kann man Babys Wasser in einem Becher (!) zum Brei anbieten. Anfangs geht es nicht um die Flüssigkeitszufuhr, sondern einfach das euer Baby das Trinken aus einem Becher kennenlernt. Notwendig ist das Trinken an sich nämlich erst mit der dritten ersetzten Milchmahlzeit. Ab Einführung der drei Breie sollte ein Kind auf ca. 800 ml Flüssigkeit am Tag kommen. Gemeint ist die gesamte aufgenommene Flüssigkeit aus Brei, Milch, Wasser. Natürlich lässt sich das bei Stillkindern nicht nachvollziehen, weshalb weiterhin nach Bedarf gestillt werden sollte.

Empfehlenswert ist es dem Kind Wasser anzubieten. Leichte Früchtetees, sehr dünne Saftschorlen oder ein Spritzer Zitrone können eine gelegentliche Alternative sein. Von Kräutertees als Durstlöscher ist abzuraten, da Kräuter eine Wirkung auf den Organismus haben.

Natürliches Mineralwasser hat zu viele Mineralstoffe für Säuglinge. Ihr könnt Leitungswasser, Mineralwasser mit der Kennzeichnung "für Säuglinge geeignet" oder Babywasser nehmen. Bitte bedenkt, dass bestimmte schädliche Subtanzen, wie Blei, nach dem Abkochen des Wassers weiterhin enthalten bleiben!

 

 

Tipp 5: Nimm Dir Zeit und habe Vertrauen

Eine Sache ist in unserem Alltag gerne besonders knapp: Zeit. Habe ich keine Zeit, habe ich meist auch wenig Geduld - mit mir und den Menschen um mich herum. Gerade beim Beikost-Start ist Zeit und Geduld aber besonders wichtig. Denn Baby matschen und pusten, sodass der Brei am Ende überall ist, nur nicht im Bauch unseres Babys. Ich rate Euch daher: Ist der Tag zu stressig, kann man auch mal eine Breimahlzeit durch eine Milchmahlzeit ersetzen. Das ist nicht weiter tragisch. Das Wichtigste ist, dass der Alltag entspannt abläuft. Lässt er sich manchmal nicht entschleunigen, müssen wir uns zu helfen wissen, um frustrierenden Situationen aus dem Weg zu gehen.

Es ist manchmal nicht einfach für uns Eltern. Aber habt Vertrauen in die Fähigkeiten Eurer Kinder! Eure Kinder wissen, auch wenn es noch Babys sind, was sie an Nahrung benötigen, um gut versorgt zu sein. Das umfasst Art und Menge der angebotenen Lebensmittel. An manchen Tagen trinkt Dein Baby vielleicht lieber mehr Muttermilch, weil die Banane von gestern etwas gestopft hat. An anderen Tagen kann es nicht genug Nudeln bekommen, weil es gerade ganz viel Energie zum Wachsen braucht. Solange Dein Baby ausreichend (also nach Bedarf!) Mutter- oder Anfangsmilch zu sich nimmt, ist es bestens versorgt! Ich weiß, gerade wenn das Baby nicht essen möchte, kommt man ins Zweifeln.

 

 

Tipp 6: Eisenfrage

Viele Eltern beschäftigen sich recht schnell mit dem Thema Beikost, weil sie Angst vor einem Eisenmangel ihres Babys haben. Tatsächlich ist es relativ unwahrscheinlich, dass ein gesundes, reif geborenes und gestilltes Baby im ersten Lebensjahr einen Eisenmangel erleidet. Muttermilch enthält zwar tatsächlich weniger Eisen als Pre-Milch, sie enthält stattdessen aber Lactoferrin und Vitamin C, wodurch das Eisen aus der Muttermilch vom Organismus des Babys deutlich besser aufgenommen wird, als das Eisen aus der Anfangsnahrung. Im Übrigen kam das Thema Eisen in Muttermilch und Eisenmangel erst durch die Gläschenindustrie in die Köpfe der Eltern. Bekannt unter der "Eisenlüge". Sehr empfehlenswert dazu http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/2013/03/die-eisen-luge-warum-stillkinder-nicht.html.

 

 

Tipp 7: Erste-Hilfe-Kurs

Ein Erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge ist natürlich in vielerlei Hinsicht empfehlenswert. Aber besonders das Verschlucken bereitet Eltern mit beikostreifen Kindern Kopfzerbrechen. In einem solchen Kurs wird Euch gezeigt, wie ihr sicher reagiert, wenn Euer Kind sich tatsächlich verschluckt. Bitte bedenkt, dass das Würgen zum "Lernen" dazugehört. Eure Kinder müssen erst herausfinden, wie sie das Essen in ihrem Mund organisiert bekommen. Das bedeutet, wie sie es schlucken aber auch wie sie es wieder aus dem Mund bekommen. Kinder würgen dazu sehr viel früher als Erwachsene, da der Würgepunkt sehr weit vorne auf der Zunge liegt (er wandert im Laufe der Zeit erst weiter nach hinten). Das bedeutet: Sie beginnen zu würgen, obwohl das Essen noch recht weit von der Luftröhre entfernt ist. Und das ist doch super ;-)!

 

 

Tipp 8: Vermeidbare Lebensmittel

Einige Lebensmittel sollten im ersten Lebensjahr gemieden werden. Das ist natürlich Eure ganz persönliche Meinung, ob und wieviel Euer Baby davon bekommt.

Zucker, Süßststoffe, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Diätprodukte, Lightprodukte, Fertigprodukte

 

 

Tipp 9: Verbotene Lebensmittel

Dagegen gibt es Lebensmittel bei denen es weniger um persönliche Empfindungen geht, da dessen Konsum im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein kann.

Tabu im ersten Lebensjahr sind: Honig, Ahornsirup, Rohmilchprodukte, rohes Fleisch, roher Fisch, rohe Eier, Fisch mit Gräten, Samen und ganze Nüsse, Koffein, Teein, Alkohol, mehr als 1 Gramm Salz/Tag, mehr als 1 Gramm Eiweiß/Kilogramm Körpergewicht/Tag.

 

Tipp 10: Buchempfehlung

Ein Buch, das ich (unabhängig von Brei und Breifrei) jedem Elternteil zu Beginn der Beikost wärmstens empfehlen möchte ist:

Mein Kind will nicht essen von Carlos Gonzales. Auch mich hat dieses Buch sehr viel entspannter mit dem Thema Beikost umgehen lassen.

Wer sich für den breifreien Weg entschieden hat oder sich darüber erstmal informieren möchte, kann gerne hier schauen. Ich habe alle gängigen Bücher zum Thema Fingerfood für euch einmal unter die Lupe genommen.

 

 

 

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Ich hoffe, ich konnte Euch ein paar Anregungen für einen entspannten Beikost-Start mit auf den Weg geben!

*DeisterMama

 


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