Die B(r)eikostreifezeichen


Vielleicht gehörst Du zu den Mamas, die sich in den sozialen Netzen bereits über das Thema Beikost schlau gemacht haben. Dann ist Dir sicher aufgefallen, dass unter (fast) jeder Frage zum Beikost-Start die Beikostreifezeichen kopiert werden. Oder Du gehörst zu den Mamas, die das eben nicht getan haben. Du hast Dich vielleicht in Büchern, auf Homepages oder bei Freunden informiert. Vielleicht hörst Du aber auch gerade das erste Mal von den Beikostreifezeichen. Auch, das ist nicht weiter tragisch, denn jetzt bist Du ja hier. Tatsächlich könnte der Beitrag aber für jede von Euch interessant sein, denn: Es handelt sich hier nicht nur um ein hübsches Bild mit Stickpunkten, sondern ich liefere Euch auch gleich eine Erklärung mit! So könnt ihr besser nachvollziehen, warum es so immens wichtig ist, das ihr die Beikostreifezeichen kennt und ihnen folgt...

 

Der Grund, warum sie immer und überall auftauchen und erwähnt werden, ist ein ganz Wichtiger: Zu wenige Eltern wissen von ihnen. Das Problem ist nur, wenn Dein Baby die Beikostreifezeichen nicht erfüllt (und zwar ALLE), dann ist es physiologisch nicht bereit für eine andere Kost, als Muttermilch oder Anfangsnahrung. Wenn Dein Baby nicht bereit ist, darf es also keinen Brei oder Fingerfood bekommen. Das heißt: Allein Dein Baby entscheidet über den Moment des Beikost-Starts! Das einzige was Du tun kannst ist, Dein Baby zu beobachten und seine Signale wahrzunehmen.

 

Ich möchte noch einmal betonen, dass die Beikostreifezeichen sowohl für Fingerfood, als auch Brei gelten! Jede Form von Beikost sollte erst nach dem Erfüllen aller Zeichen angeboten werden.

 


Aber was sind denn nun diese Beikostreifezeichen?

 

 

# Dein Baby kann selbstständig seinen Kopf halten

Das ist wichtig, da Dein Baby nur in aufrechter Position essen sollte. Bitte keinesfalls in einer nicht-aufrechten Position füttern, wie in einer Baby-Autoschale oder einer Wippe. Wenn Dein Baby aufrecht isst, hat es die besten Möglichkeiten das Essen auch selbstständig wieder aus dem Mund zu bekommen. In einer (halb-)liegenden Position kann das Essen leichter in die Luftröhre gelangen. Das Risiko des Verschluckens ist deutlich höher!

 

 

# Dein Baby kann mit nur leichter Unterstützung im Rücken frei sitzen

Auch das ist dem Essen in aufrechter Position geschuldet. Kann Dein Baby noch nicht alleine sitzen, sollte es auf Deinem Schoß gefüttert werden. Alleine Sitzen bedeutet, dass Dein Kind sich selbst in den Sitz bringt. Es bedeutet NICHT, dass es nicht umfällt, wenn es hingesetzt wird.

 

 

# Der Zungenstoßreflex Deines Babys ist verschwunden

Der Zungenstoßreflex ist ein Schutz-Mechanismus des Körpers. Durch ihn wird gewährleistet, dass das Baby keine Dinge in den Mund nimmt, die gefährlich sein könnten. Ist der Reflex noch vorhanden, würde das Baby kein Fingerfood annehmen. Es ist leider trotzdem durchaus möglich Brei auf einem Löffel zu füttern, weil der Löffel über den Punkt des Reflexes hinübergeschoben wird. Das ist besonders gefährlich, weil das Baby absolut keine Chance mehr hat, den Brei durch würgen aus dem Mund zu bekommen! Sollte das Baby sich verschlucken, kann es so zu äußerst gefährlichen Situationen kommen. Ganz abgesehen davon, dass jegliche Signale des Babys übergangen werden, ist vom Füttern bei vorhandenen Zungenstoßreflex unbedingt abzuraten!

Ob der Zungenstoßreflex verschwunden ist, kannst Du testen, in dem Du vorsichtig versuchst Deinem Baby einen Finger oder Löffel in den Mund zu stecken. Drückt es mit der Zunge den Finger oder den Löffel aus dem Mund, ist der Reflex noch vorhanden. Manchmal ist das selbstständige Drehen ein Zeichen, dass der Reflex verschwunden ist. Der Grund dafür ist, dass es einen Zusammenhang von Mundmotorik und den motorischen Fertigkeiten des Drehens gibt.

 

 

# Dein Baby hat Interesse am Essen

An diesem Punkt bitte Vorsicht vor Fehlinterpretationen. Babys haben erst mal grundsätzlich an allem Interesse, was die Eltern in den Fingern haben. Also genau hinsehen, ob das Interesse auch bestünde, wenn Mama einen Kugelschreiber, statt einer Gabel in der Hand hätte. Ein Zeichen könnte sein, dass Dein Baby Kaubewegungen macht. Schmatzgeräusche sind hingegen eher ein Zeichen für die sprachliche Entwicklung.

 

 

# Dein Baby kann Dinge greifen und sich selbstständig zum Mund führen

Dies ist das Zeichen mit der größten Aussagekraft. Steckt das Baby sich Dinge selber in den Mund, will es das auch. Es ist dazu bereit und möchte die Erfahrung machen. Natürlich weiß es in diesem Moment noch nicht, dass Essen dazu da ist den Magen zu füllen und gegen den Hunger hilft. Aber darum geht es ja auch gar nicht. Es geht allein darum, dass das Baby bereit ist das Essen in den Mund zu nehmen. Satt werden muss es anfangs nicht! Im ersten Lebensjahr sollte Muttermilch oder Formulanahrung das Hauptnahrungsmittel Deines Babys sein.

 


Bedenke bitte immer: DU bist der Experte für DEIN Kind! Du kannst seine Signale am feinfühligsten wahrnehmen und weißt aus dem Bauch heraus, was richtig für Dein Baby und Deine Familie ist.

 

Erfüllt Dein Baby alle diese Zeichen? Wenn ja: Super, viel Spaß beim Beikost-Start! Wenn nein: Dein Baby wird Dir zeigen, wenn es bereit ist für eine andere Nahrung. Bis dahin, genieße die Zeit des Vollstillens oder des Fläschengebens - sie werden so schnell "groß".

 

 

*DeisterMama

 


Kommentar schreiben

Kommentare: 0