Stillen ist natürlich, aber nicht immer von Anfang an einfach. Viele Mütter wünschen sich, gut vorbereitet zu sein, und das ist eine gute Idee. Denn vieles, was in den ersten Tagen hilft, kannst Du schon in der Schwangerschaft lernen, in Ruhe und ohne müdes Baby im Arm.
Was Du vor der Geburt tun kannst
Deine Brustwarzen musst Du nicht abhärten, das ist ein alter Mythos. Viel hilfreicher ist Wissen: Wie lege ich mein Baby richtig an? Woran erkenne ich, dass es genug trinkt? Was ist normal in den ersten Tagen? Ein Stillvorbereitungskurs beantwortet diese Fragen, am besten zusammen mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin.
Die ersten Tage
Gleich nach der Geburt sucht Dein Baby oft schon von selbst die Brust. Hautkontakt hilft dabei sehr. In den ersten Tagen bildet Deine Brust die Vormilch, das Kolostrum. Es ist nur wenig, aber genau richtig für den kleinen Magen Deines Babys.
- Nach der GeburtHautkontakt, erstes Anlegen.
- Tag 1–3Kolostrum: wenig, aber genau richtig.
- Tag 2–4Die reife Milch kommt, die Brust wird voll und warm.
- DanachStillen pendelt sich nach und nach ein.
Häufiges Anlegen regt die Milchbildung an. In den ersten Wochen trinken viele Babys acht- bis zwölfmal in 24 Stunden, manchmal auch in kurzen Abständen hintereinander. Das ist normal und kein Zeichen, dass die Milch nicht reicht.
Gut anlegen: woran Du es erkennst
Dein Baby liegt Bauch an Bauch mit Dir, Ohr, Schulter und Hüfte bilden eine Linie. Es öffnet den Mund weit und nimmt nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Warzenhofs. Du hörst es schlucken, und das Saugen tut nach den ersten Sekunden nicht mehr weh.
Typische Herausforderungen
Wunde Brustwarzen entstehen oft, wenn das Baby nicht ganz richtig angelegt ist. Ein Milchstau zeigt sich durch eine harte, schmerzende Stelle in der Brust. Viele Frauen fragen sich außerdem, ob ihre Milch reicht. Für all das gibt es gute Lösungen. Hol Dir früh Unterstützung, statt lange allein zu kämpfen.
Ein Zeichen, dass Dein Baby genug bekommt: Es hat nach den ersten Tagen regelmäßig nasse Windeln und nimmt zu. Deine Hebamme behält das im Blick.
Wann Du Dir Hilfe holst
Wenn das Stillen dauerhaft weh tut, Dein Baby nicht gut zunimmt oder Du unsicher bist, sprich mit Deiner Hebamme oder in einer Stillberatung. Bei Fieber und einer geröteten, schmerzenden Brust meldest Du Dich bitte zeitnah bei Deiner Hebamme oder Ärzt*in.
Häufige Fragen
Kann mein Partner oder meine Partnerin helfen?
Ja, sehr. Wer weiß, wie Stillen funktioniert, kann Dich in den ersten Tagen gut unterstützen: beim Anlegen, mit Kissen, Getränken und Ruhe.
Was, wenn Stillen nicht klappt oder ich nicht stillen möchte?
Auch dann bekommt Dein Baby alles, was es braucht. Lass Dich beraten und entscheide in Ruhe, was für Euch passt. Dafür musst Du Dich nicht rechtfertigen.
Unterstützung in Barsinghausen
Im Workshop Stillvorbereitung bekommst Du in rund zweieinhalb Stunden die wichtigsten Grundlagen. Klappt es später nicht so, wie Du es Dir wünschst, hilft die persönliche Stillberatung.

